Maremmano-Hirtenhund

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Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von Su Corvu » 15.02.2019, 17:52

Ich verfolge die Diskussion über die Wölfe in einigen Regionen Deutschlands mit Verwunderung. Insbesondere Schäfer schlagen Alarm, weil sie ihre Herden bedroht sehen. Vielleicht sollten sie sich einen oder mehrere Maremmanos zulegen. Der Maremmano ist der große, weiße Hirten- und Hütehund, den die Römer wohl aus Asien nach Italien holten, ursprünglich in die Maremma, die frühere Schafzuchtregion in der Toscana, Nach Sardinien kam der Hirtenhund bereits vor rund 1000 Jahren mit den Pisanern.
Der Maremmano ist ein sogenannter Arbeitshund, d.h. er hat die Aufgabe, die Schafe zu beschützen und zu hüten. Das macht er selbständig auch in Abwesenheit der Hirten.
Als Beschützer der Herde ist er in der Lage, Wölfe und sogar Bären zu vertreiben, als Hütehund hält er die Herde zusammen und treibt sie, insbesondere kümmert sich der weibliche Maremmano um neugeborene Schafe.
Da wir keine Schafe halten, sind wir die "Schafe": Unser Fido beschützt uns, das Haus und das Grundstück, ist aber nicht aggressiv. Er verträgt sich super mit unserer zugelaufenen kleinen Hündin Pastoredda u. der Katze Grillo.
Und Fido hat noch einen Vorteil: Das dichte weiße Fell ist quasi selbstreinigend.
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Re: Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von eckart » 15.02.2019, 17:58

Das erzähle ich natürlich auch in D. Aber man eines bedenken. Hunde und Schafe bilden auf Sardinien eine gewachsene Einheit. Das muss natürlich erst einmal wachsen in Deutschland. In Mecklenburg - Vorpommern gibt es einen Züchter von Maremmanos. Die vielen Hobbyzüchter sehen den Hund (also alle Rassen die in Frage kämen) aber als zu hohen Kostenfaktor.

Es ist nicht einfach.....
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Re: Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von leerotor » 15.02.2019, 20:33

hallo
das Thema herdenschutzhunde ist natürlich die lösung gegen die Hysterie.
auf dem Apennin funktioniert das seit Jahrhunderten bestens.
meine Begegnungen als Wanderer mit diesen "grossen weissen riesen" in der Botanik verliefen immer sehr positiv. im gegensatz zu den verzogenen "touristenmonstern" in urbaner umgebung
da ist es aber üblich, dass die Hunde in mitten der Schafherde geboren werden und auch aufwachsen.

ob fremdhunde das gleiche leisten?

was mir neu wäre, wenn es auf sardinien ein wiederansiedlungs projekt für 4 beinige wölfe geben würde.
die 2 beinigen wurden ja schon vor geraumer zeit in smeraldinien erfofolgreich ausgewildert. :roll:
mfg felix
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wenn alle so perfekt wären wie ich, wäre dass eine ganz fade welt

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Re: Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von Su Corvu » 16.02.2019, 14:30

leerotor hat geschrieben:
15.02.2019, 20:33
da ist es aber üblich, dass die Hunde in mitten der Schafherde geboren werden und auch aufwachsen. ob fremdhunde das gleiche leisten?
Unser Fido ist so die ersten Monate aufgewachsen, auch bei Tieren stecken Verhaltensweisen nicht im Erbgut, sondern werden erlernt. Also kann ein gezüchteter Maremmano diese Kompetenzen kaum aufweisen. Außerdem ist die Zucht dieser Hirtenhunde völliger Blödsinn, die wurden noch nie gezüchtet und sind genau deswegen robust u. wenig anfällig für Krankheiten (im Gegensatz zu Schäferhunden).
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Re: Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von Su Corvu » 16.02.2019, 15:07

Kostenfaktor: In D. kosten Maremmanos gut u. gern 1.500 €. Über Hilfsorganisationen (wie protier e.v.) kann man sie aber sich aus Sardinien vermitteln lassen.

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Re: Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von futurestyling » 16.02.2019, 16:12

Danke für die guten,interessanten Info's.Könntest du uns bitte noch was zu den Futtergewohnheiten und deren Kosten sagen?
LG,Helmut

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Re: Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von Su Corvu » 16.02.2019, 17:31

Für ihre Größe (Daten im Internet) fressen die Maremmanos relativ wenig, sie mögen auch gutes Trockenfutter (Orlando von Lidl ist Testsieger) und natürlich auch Knochen aus der Metzgerei. Und sie fressen auch nicht unentwegt, wenn sie satt sind sind sie satt.
Wer sich einen Maremmano zulegen möchte, sollte wissen, dass eine Haltung im Haus nicht möglich ist. Der Hund braucht Auslauf (muss aber nicht spazieren geführt werden), und schläft auch im Freien. Er verträgt sich mit Kindern in der Familie, Freunde erkennt er sofort wieder, bei Fremden ist er wachsam u. man sollte sie persönlich begleiten und den Hund nicht anfassen lassen.

Hier ein guter Artikel zu Maremmanos und ihrem Einsatz als Herdenschutzhunde in Deutschland:

https://www.ag-herdenschutzhunde.de/der ... chutzhund/
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Re: Maremmano-Hirtenhund

Beitrag von Atlantis » 10.03.2019, 17:18

Ich bin selber einmal an einen großen Weißen geraten. Das war ein richtiger Hirtenhund, d.h. ein Hund, der zu einem Hirten gehörte. Sein Verhalten hat mich überrascht. Es gab einen Vorfall, bei dem der Hund geradezu menschenähnlich agiert hat. Allein selber einen Hund zum Spass halten, kommt mir nicht in den Sinn. Und als Wachhund? Ist es so gefährlich dort?
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